Vom 21. bis 23. Mai 2026 duellierte sich ein österreichisches Quartett mit internationaler Konkurrenz. Rund 450 Top-Athletinnen und -Athleten waren an diesem Wochenende in der Schweiz am Start. “Als einziger europäischer Anlass sind die ParAthletics das wichtigste Leichtathletik-Meeting in diesem Jahr auf unserem Kontinent ”, erklärt Andreas Heiniger, Leiter Leistungssport bei der Schweizer Paraplegiker-Vereinigung. Rennrolli-Fahrer Ludwig Malter konnte als einziger Österreicher kräftemäßig aus dem Vollen schöpfen. Die Bewerbe „Weltklasse am See“ in Arbon und der Grand Prix in Nottwil markierten den Start seiner Bahnsaison . Der Salzburger trat in vier Disziplinen an: 400 m, 800 m, 1500 m und 5000 m. “Nachdem ich im April beim London-Marathon dabei war, war es spannend zu sehen, wie gut die Wintervorbereitung für die Bahnbewerbe funktioniert hat . In Arbon sind die Eisheiligen gekommen, aber trotz herausfordernder Wetterbedingungen konnte ich bereits dort neue persönliche Bestzeiten und gleichzeitig österreichische Rekorde erzielen”, erzählt Malter . In Nottwil zeigte sich das Wetter freundlicher. Dort steigerte er sich erneut deutlich und stellte in allen vier Bewerben neue österreichische Rekorde auf. “Ich freue mich über die Leistungen und darüber, dass ich den Schwung vom Marathon auf die Bahn mitnehmen konnte. Offizielle Limits gibt es noch nicht, aber mit diesen Resultaten liebäugle ich mit der WM-Qualifikation .” Kugelstoßer Georg Schober ist dafür bekannt, sportlich Mauern einzureißen. Diesmal ging es jedoch der Duschwand an den Kragen: “Ich war vier Tage in Nottwil, hatte am Donnerstag ein super Vorbereitungstraining mit einer starken Weite. Am selben Abend bin ich beim Duschen mit der Zehe hängengeblieben und habe dabei die ganze Duschwand niedergerissen”, schildert Schober . Diagnose: Zehenprellung . Trotzdem schlug er sich im Wettkampf unter den Umständen gut und verpasste die 13-Meter-Marke nur um einen Zentimeter : “Ich konnte aus der Startposition nicht mehr richtig anschieben, daher hatte sich der Wettkampf erübrigt. 12,99 Meter sind aber eh gut , auch wenn das keine Ausrede sein soll.” Die nächste Chance lässt nicht lange auf sich warten: In zwei Wochen reist der Kugelstoßer nach Kroatien. “In Pula geht es weiter, bis dahin sollte alles verheilt sein.” Auch Daniel Stütz vom SC Breitenwang hatte mit einem Handicap zu kämpfen. Der Tiroler ging mit einer Augenentzündung in die Wettkämpfe , was besonders im Weitsprung die Orientierung erschwerte. Trotzdem erreichte er 4,82 m und belegte Platz sechs . Auch über 200 m (29,13 Sekunden) wurde er Sechster, im 100-m-Sprint landete er mit 13,45 Sekunden auf Rang neun. “Trotz der Augenentzündung konnte ich im Weitsprung und in den Läufen meine bislang besten Leistungen im Weltcup zeigen. Bei den internationalen Deutschen Meisterschaften Ende Juni in Dresden möchte ich mich weiter steigern", so Stütz . Auch für Tom Geierspichler war der Grand Prix bereits der zweite Wettkampf in der Schweiz innerhalb kurzer Zeit. “Nach Arbon war ich sehr optimistisch, weil die Rennen gut verlaufen sind. In Nottwil hatte ich jedoch von Beginn an das Gefühl, dass sich alles etwas schwerer anfühlt – fast wie Sand im Getriebe”, so Geierspichler . Später stellte sich heraus, dass ein beginnender Harnwegsinfekt zusätzliche Energie kostete. Trotzdem blieb das Leistungsniveau konstant hoch. Mit 65,94 Sekunden und Platz sechs über 400 Meter bestätigte er seine steigende Formkurve: “Wenn man zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ähnliche Leistungen wie beim WM-Höhepunkt im Vorjahr abrufen kann, zeigt das, dass die Richtung stimmt und die Winterarbeit funktioniert.” Alle Ergebnisse im Detail
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